Streit um Ärztehonorare geht in die nächste Runde


Die Proteste gegen die Honorarreform für niedergelassene Ärzte weiten sich aus.

Mit immer neuen Aktionen wehren sich die Mediziner gegen befürchtete Einbußen ihres Einkommens.

So verschenkt ein Internist aus Norderstedt seit Anfang März Magenspiegelungen. Schon über 70 Patienten haben von ihm einen Gutschein bekommen. Um ihn einzulösen, muss ein Protestschreiben an die Gesundheitsministerin in Schleswig-Holstein unterschrieben werden. Am 20. April werden sich die Ärzte und Krankenkassen wieder an den Verhandlungstisch setzen, um über Nachbesserungen zu beraten.

Worum geht es?

Seit Januar 2009 gelten neue Honorare für Fachärzte. Die Behandlungen und Diagnosen können jetzt nur noch bis zu bestimmten Obergrenzen abgerechnet werden. Für diese Leistungen erhalten die Ärzte Durchschnittspauschalen. Extrageld gibt es für verschiedenste Leistungen wie ambulantes Operieren.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert, dass diese Liste um weitere Behandlungen ergänzt wird. Einbußen für fachärztliche Praxen mit weniger Patienten, aber qualitätsvollen Leistungen sollen ausgeglichen werden.

Angesichts dieser Forderungen fürchten die Krankenkassen weitere Ausgaben. Einen Nachschlag für Ärzte werde es nicht geben, so der Verhandlungsführer der Kassen, Johann-Magnus von Stackelberg. Die mehr als drei Milliarden Euro zusätzlich im Vergleich zu 2007 müssten ausreichen.

2 Kommentare zu “Streit um Ärztehonorare geht in die nächste Runde

  1. Wolf sagt:

    Ein paar realistische Zahlen der „armen Ärzte“ finden sich bei den Kollegen vom Down-Syndrom: http://www.blog.down-syndrom.org/?p=1580#comment-15976

  2. Jutta O. sagt:

    Viel Spass beim Moderieren!

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